Das Söldnertum

Das Söldnertum ist keine neue Erscheinung der Neuzeit, sondern bereits aus dem Mittelalter bekannt. So berichten Quellen das bereits Kaiser Barbarossa 1166 und 1174 in seinen Auseinandersetzungen mit dem Papsttum und dem Lombardenbund große Söldnertruppen in seinem Heer hatte. Diese "Brabanzonen" waren gefürchtete feste Söldnerverbände aus Flandern und Brabant, den damals vorindustriell hochentwickelten Gebieten des französischen Königreiches und des lothringischen Herzogtums. Aber die Brabanzonen waren keineswegs die einzigen Söldner dieser Zeit so tauchten auch Söldner aus den Pyrenäen, aus Aragonenses, Navarii und Bascoli auf.

Die ersten Landsknechte

Zwischen 1478 und 1493 kämpfte Maximilian um Burgund. Die Unterstützung durch Kaiser und Reich hielt sich stark in Grenzen, Kaiser Friedrich III. war durch Türkengefahr und Ungarn gebunden und die Reichsfürsten, unterstützten ihn, wenn überhaupt meist durch Reiter Maximilian jedoch benötigte eine schlagkräftige Fußtruppe.
Er begann darum mit der Anwerbung von Kriegsknechten, hauptsächlich aus der Schweiz und aus Oberdeutschland. Scharenweise sollen die Kriegsknechte ihm zugeströmt sein. Diese entwickelten ein eigenes Selbstverständnis. Einige Zeitgenössische Chronisten sprechen hier von Landsknechten aber immer nur rückblickend darum ist unklar ob der Begriff auch Ende der 70er Jahre des 15. Jahrhunderts von Landsknechten gesprochen hat.
Unter "landtsknechten" verstehen Zeitgenossen, ein überwiegend mit langen Spießen, Hellebarden und Handrohren kämpfendes Fußvolk, dessen Männer aus oberdeutschen Gebieten stammen und sich abheben von den niederdeutschen Fußknechten. Dieses Fußvolk kämpft in dem taktischen Verband des Gevierthaufens und verwendet Spieß und Hellebarde ohne Schild oder andere Schutzwaffe. Die ersten die so gekämpft hatten waren die Schweizer Reisläufer mit denen die Landsknechte lange genannt wurden und die den Landsknechten auch bis Mitte der 80er Jahre des 15. Jahrhunderts Vorbild waren. Man hatte mit ihnen gekämpft, von ihnen gelernt und war froh gewesen von ihrem Ruhm zu profitieren aber jetzt gewinnen die Landsknechte zunehmend an Profil und beginnen sich von ihren Lehrmeistern zu lösen.

 

Eine Zeittafel der Landsknechtzeit

1470 erste Erwähnung des Wortes Landsknecht als Diener des Landes im Dienst von Karl dem Kühnen von Burgund.
1482-86 zog Maximilian Soldaten im Rheinland und am Niederrhein ein und bildete sie nach Schweizer Vorbild aus. Die Rekrutierung von Männer aus einem gemeinsamen Gebiet sollte das Zusammengehörigkeitsgefühl und die Moral steigern. Er nannte diese Infanterie Einheiten Landsknechte.
1487 erste Landsknechte unter Graf Eitelfritz von Hohenzollern (Kommandant Maximilians).
1488-1534 Schwäbischer Bund gegründet von Fürsten, Rittern und Städten zur Wahrung des Landfriedens.
1490 Eroberung der Burg Stuhlweissenberg in Böhmen durch Landsknechte. Dieser Erfolg stellte sie militärisch auf dieselbe Ebene wie die Schweizer, die bis dato als beste Fußtruppen galten.
1492 Kolumbus entdeckt Amerika
1500 Angesichts der Unruhen im Land Wursten und kleineren Fehden unterhält Bremen von nun an kleinere Kontingente von Landsknechten, die von Bürgern der Stadtwehr unterstützt wurden. Im Falle von größeren Konflikten wurden weitere Landsknechte angeworben.
1502 ,1513,1517 "Bundtschuh" unter Jost Fritz und 1514 "armer Konrad"
1503 Freiheit in der Wahl der Kleidung der Landsknechte in Augsburg von Kaiser Maximilian bestätigt.
1512 Schlacht von Ravenna in der 5000 deutsche Landsknechte auf Frankreichs Seite gegen eine päpstlich-spanische Allianz kämpften.
1517 Reformation. Martin Luther schlägt seine 95 Thesen in Wittenberg an.
1520 Die Arkebusen werden in Spanien zur Muskete mit Steinschloß weiterentwickelt und in Deutschland perfektioniert. Von nun an werden sie verstärkt eingesetzt.
1524/25 Bauernkrieg in Süd- und Mitteldeutschland
1525 Schlacht bei Pavia, Frunsberg schlägt die Franzosen. Französischer König Franz I gerät in Gefangenschaft. Schlacht gilt als größte des Jahrhunderts.
1527 Erstürmung und Plünderung Roms (Sacco di Roma)durch deutsche Landsknechte und spanischen Truppen.
1530 -46 Schmakaldischer Bund. Bund protestantischer Fürsten und Städte dem Bremen 1530 beitritt. 1546 Ausbruch des Schmakaldischen Krieges. Bremen wirbt Landsknechte und kauft Kanonen und Munition. 1547 wird Bremen von einem Kaiserlichen Heer belagert das jedoch von einem protestantischen Entsatzheer geschlagen wird. Dennoch zerschlägt der Kaiser den Bund.
1536 Junker Balthasar von Esens beraubt zum wiederholten Male bremische Schiffe.
1540 Ein Bremer Heer unter dem Landsknechtsführer Kord Penning greift den befestigten Ort Esens an, der als Unterschlupf der Piraten und ihres Anführers Balthasar dient. Mit 24 Kanonen wurde Esens beschossen und dann eingenommen. Damit war der Handel in Friesland wieder sicherer.
1542 Bremen hält nun etwa 3000 Landsknechte im Sold ( bei etwa 18000 Einwohnern)
1547 Radschloß Pistole erstmals bei Schlacht von Mühlberg, (schwarze Reiter).
1577 Pest in Bremen 1500 Menschen sterben.
1588 Die Große Armada ,wie die Spanische Flotte genannt wurde, greift England an und wird in der ersten großen Seeschlacht mit Kanonen zerstört. Hiermit beginnt Englands Aufstieg zur Weltmacht.

 

Die Herkunft des Namens und der Verband der Landsknechte sowie die Entwicklung unter Kaiser Maximilian I.

Über die Herkunft und die Bedeutung des Namens Landsknechte ist schon viel geäußert und geschrieben worden. Unter den Forschern wurde jedoch Übereinstimmung darüber erzielt, daß man nicht mehr ‘lanzknechte’, sondern 'Landsknechte’ schreibt. Irrtümlich könnte man die Bezeichnung mit der Lanze in Verbindung bringen, was vollkommen falsch wäre, da die von den Knechten gebrauchte Waffe niemals als Lanze, sondern stets als Spieß bezeichnet wurde.

Besonders Nell und Laux befassen sich eingehend mit der Etymologie des Wortes. Letzterer legt dar, daß ein Landsknecht nichts anderes ist als ein Knecht, der dem Lande dient, wobei ursprünglich noch häufig das Herkunftsland wie böhmische, schweizerische, schwäbische oder flamländische beigefügt wurde. Die Erklärung, daß sie als Volk des flachen Landes im Gegensatz zu den Schweizern, den Bewohnern der Berge, Ihren Namen erhalten hätten, lehnt, Laux ab. Interessant ist auch ein Hinweis von Frauenholz " ... Seit jener Zeit gab man dem Landstriche am rechten Rheinufer von Feldkirch bis Bregenz herab, In deren Mitte Embs gelegen, den Namen 'Landsknechtlandl’ und auch in späterer Zeit hieß Feldkirch, das manchen ausgedienten Kriegs- und Edelmann in seinen Mauern und seiner Umgebung zählte, bezeichnend das Officier-Städtchen...".

Eine weitere Erklärung wäre die, daß der Name von dem mittelniederdeutschen 'Lantknecht' abgeleitet wird. Dies war ein Fron- oder Gerichtsbote auf dem Lande, im Gegensatz zu einem Stadtknecht, also ein Vertreter der Staatsgewalt auf dem flachen Lande, mit einer gewissen militärischen Ausbildung, der auch Im Kriegsfall für militärische Aufgaben herangezogen wurde. Die Landsknechte Maximilians, die in den Niederlanden nicht nur für den Schutz nach außen, sondern auch für Ruhe und Ordnung im Lande selbst zu sorgen hatten, könnten leicht Ihren Namen davon hergeleitet haben.

Franz erklärt dazu zusammenfassend und abschließend: "Es waren keine Lanzenknechte, auch keine Landknechte (wie die Gerichtsboten hießen), sondern Knechte deutschen Landes, im Gegensatz zu den böhmischen und schweizerischen Söldnern. Ihr Name enthielt also schon eine volksmäßige Bindung".