Der Katzbalger

Die wohl typischste Waffe der Landsknechtszeit war das Landsknechtsschwert, der „Katzbalger“. Seine Klinge war nur ca. 500 – 550 mm lang und hatte, da nur für den Hieb gedacht, einen abgerundeten Ort (Spitze). Der Handgriff selbst war sehr kurz mit ausgeprägtem Knauf. Als charakteristisches Merkmal hatte das Gefäß eine S-förmigen gebogene Parierstange, die als Handschutz diente. Gelegentlich kam auch ein Handbügel vor. Getragen wurde der Katzbalger fast waagrecht an der Hüfte vor dem Bauch oder am Rücken. In der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts wurde die Klinge bis auf 750 mm bis 850 mm verlängert und bekam generell einen Griffbügel. Er war oft als zweite Waffe bei den Pikenieren zu finden. Da jedoch der leichtere Degen immer beliebter wurde, verschwand der Katzbalger nach und nach.

Auch der Katzbalger wurde, wie fast alle Blankwaffen, in Scheiden getragen. Diese sollten den Träger vor Verletzungen durch die Klinge schützen, aber auch die Klinge selbst vor Beschädigungen. Die Scheiden bestanden aus dem Scheidenkörper und dem Beschlag. Der Scheidenkörper selbst war aus Holz mit oder ohne Lederbezug oder aus starkem Leder. Den Beschlag fertigte man aus Metall, sollte den Scheidenkörper vor Beschädigungen schützen und die Aufhängung aufzunehmen. Wichtige Teile waren oben das Mundblech mit der Einschuböffnung unten das Ortband oder Ortblech und zusätzlich ein oder mehrere Mittelbleche.

 

Der Dolch

Eine der ältesten Waffenformen, die sich bis in unsere heutige Zeit erhalten hat. Der Dolch wird als zweite Waffe oder auch als Einzelwaffe benutzt. Reine Dolchgefechte sind blitzschnell und sehr Körperbetont.

Sie waren für den Stich gedacht und besaßen deshalb gerade, relativ schmale Klingen und symmetrische Griffe, die zusätzlich eine Parierstange haben konnten.

 

Der Bidenhänder

Der Bidenhänder ist wohl die Waffe, die klassischerweise mit Landsknechten assoziiert wird. Dabei war sie in den Landsknechtshaufen das ausgehenden 15. und 16. Jahrhunderts gar nicht so häufig anzutreffen. Lediglich die sogenannten Doppelsöldner (d.h. Soldaten, die den doppelten Sold eines normalen Landsknechts bekamen) benutzten ihn. Sie bildeten die Front und die Nachhut in der gevierten Ordnung. Ihre Aufgabe war es mit ihren Bidenhändern und Hellebarden Lücken in die gegnerische Lanzenfront zu schlagen, in die dann der restliche Haufen hineindrücken und so die gegnerische Formation sprengen konnte. Ob, wie von einigen Autoren geschrieben wird, die Bidenhänder tatsächlich dazu benutzt wurden, die Pikenschäfte des Gegners zu durchschlagen, soll hier nicht beurteilt werden. Jedenfalls wurde der Klinge nicht nur aus reiner Zierde eine geflammte Form gegeben sonder auch zur Verbesserung der Schneidewirkung, was dafür spricht, dass zumindest theoretisch die Möglichkeit des Durchschlagens der Schäfte beabsichtigt war.

Aus dem Kürißschwert, einem ca. 900 mm langen mit Faustschutzbügel und verlängertem Griff mit starkem Knauf vesehenem Schwert, entwickelte sich im 14. Jhd. bei den Schweizern und den deutschen Landsknechten ein besonderes Schlachtschwert, der „Bidenhänder“. Dieser besaß eine sehr lange und breite Klinge, die gerade oder geflammt sein konnte. Das Gefäß hatte einen sehr langen Griff mit langen, an den Enden gebogenen Parierstangen und zumeist Faustbügeln. Jüngere Modelle (16. Jahrhundert) hatten an der Klinge Parierhaken, hakenförmige Ansätze vor der Parierstange. Griff und Fehlschärfe waren von diesen Parierhaken an mit Leder oder Samt überzogen. Zum Gebrauch dieser Waffe waren große Fertigkeit und Übung erforderlich, daher musste der Träger durch das Zeugnis eines „Meisters vom langen Schwert“ nachweisen, dass er in der Lage war mit dieser Waffe umzugehen. Solche Männer erhielten doppelten Sold und ihre Aufgabe war es eine Bresche (daher auch der Ausdruck Gassenhauer) in den gegnerischen Spießerwall zu schlagen aber auch als eigene Rotte den Schutz der Fahne oder Obersten zu übernehmen.

Ein durchschnittlicher Bidenhänder wiegt zwischen 2,8 und 5kg und ist zwischen 1,50 und 1,80m lang. Trotz dieser mächtigen Ausmaße lässt sich mit dem Bidenhänder mit Hilfe der Fehlschärfe hervorragend fechten. Gegen Spieß und andere Stangenwaffen fasst man den Bidenhänder komplett am Griff. Zudem ermöglichen die Parierhaken spezielle Manöver mit den ein geübter Fechter einen Spießwall durchdringen kann.

 

Stangenwaffen

Unter Stangenwaffen verstand man geschäftete Blankwaffen, die mehr als mannshoch waren. Da des Soldkriegertum im größeren Umfang eine gemeinsame taktische Verwendung des Fußvolkes verlangte, wurde auch dessen Bewaffnung einheitlicher. Beim Fußvolk erreichte der Langspieß oder auch „knechtischer Spieß“ genannt, um 1500 schon eine Länge von bis zu 5m. Der Schaft dieser Spieße war zumeist aus Eschenholz gefertigt und führte ein Spießeisen mit bis zu 550 mm langen Federn. Die Blätter solcher Spießeisen konnte je nach Herstellungort und –datum verschiedene Formen aufweisen. Man unterschied zwischen dolch-, blatt- und rautenförmigen Blättern.

Zur wichtigsten Stangenwaffe für Hieb und Stoß entwickelte sich die Helmbarte, später Hellerbarde genannt. Mit einem kräftigen Schlag dieser Waffe konnte man auch einen Plattenharnisch zerschmettern. An der Barte, dem Beil, wurde zunächst die obere Spitze zu einer Stoßklinge verlängert und dann am Rücken ein Schlag- oder Reißhacken angebracht. Die Tülle saß in der Mitte und die Federn seitlich an ihr. Als in der 2. Hälfte des 16. Jahrhunderts durch die veränderte Taktik der Schlag nicht mehr so erforderlich war, verkümmerte die Beilklinge mehr und mehr. So blieb sie schließlich als reine Trabantwaffe oder als Dienstwaffe der Unterführer. Besondere Waffen waren die Gläfe (Glefe) und die Couse. Beide besaßen lange, messerförmige Klingen mit Tülle und Schaftfedern und am Klingenrücken einen Parierhaken. Die Couse war mehr für den Hieb gedacht. Beide Waffen fanden als Trabantwaffen Verwendung 

Das sind Stangenwaffen zum Schlagen mit einem beilförmigen Eisen, das gewöhnlich mit einer Spitze zum Stechen und einem Stachel am Rücken versehen ist.

P a r t i s a n e n, das sind Stangenwaffen zum Stechen mit einer zweischneidigen Mittelspitze, die an ihrem unteren Ende zu zwei Nebenspitzen oder Ansätzen (Ohren) nach beiden Seiten gleichmäßig ausgeschmiedet ist.

G l ä v e n, das sind Stangenwaffen zum Schlagen mit einem messerförmigen Eisen, das entweder eine glatte, nach außen gekrümmte Schneide hatte oder mit einem nach innen gerammten Haken an der Schneide, einer Spitze und einem Stachel am Rücken versehen war.

 

Schußwaffen

Die andere Waffe, die von Doppelsöldnern benutzt wurde, war die Arkebuse oder Hakenbüchse. Es handelt sich um ein mit einem Luntenschloß ausgestattetes Handgewehr, das einen leichten Zünder oder eine Lunte an einem S-förmigen Klammerabzug besaß. Die Reichweite der Arkebuse betrug etwa 400 Schritt. Sie war jedoch ungenau und konnte bei regnerischem Wetter nicht immer benutzt werden. Trotz der Schwere dieser Waffe kann man zeitgenössischen Darstellungen nicht entnehmen, daß die Arkebusiere eine Stütze für ihre Waffe verwendet hätten.

 

Schutz

Als Schutzwaffen trugen die Knechte, wenn überhaupt, nur Teile eines Harnisches oder ein Kettenhemd, aber auch sogenannte Brigantinen oder einen Korazin. Das waren kurze Wämser aus dickem Stoff, mit Metallpättchen unterlegt. Meist waren dabei die Nieten, mit denen die Metallplättchen befestigt waren, auf der Außenseite als Noppenmuster sichtbar. Als Helm wurde eine Eisenhaube bevorzugt. Sie besaß die Kopfform einer Beckenhaube, hatte aber einen breiten Rand. Aus ihr entwickelte sich die Sturmhaube, die zu Beginn des 16. Jahrhunderts "Kopfbedeckung nach Burgunder Art" genannt wurde.