Die Soeldner sollen ihrem Soldgeber und ihrem Hauptmann treulich dienen, den Schaden wenden und ihr Frommen zu foerdern, allen vom Hauptmann bestellten Meistern ohne Widerrede gehorsam sein in allem, was sie ihnen befehlen und anordnen.

Die Soeldner sollen nicht meutern, sondern sich gebrauchen lassen auf dem Marsch zu oder von den Feinden, auf Zuegen oder Wachten, zu Wasser und zu Lande, bei Tag und bei Nacht, je nachdem es notwendig ist.

Sie sollten sich verpflichten, Frauen, alte Leute, Kinder und Geistliche nicht zu schaedigen, und auch auf den Maerschen nicht Kirchen und Tempel zu pluendern.

Sie sind verpflichtet, dreissig Tage fuer einen Monat zu dienen bei einem Sold von 4 Gulden, und auch Geduld zu haben, wenn sich die Auszahlung bis zu einem halben Monat verzoegert, und daraus kein Recht herleiten, Wach- oder Kriegsdienst zu verweigern.

Wer ohne seinen Sold abgedient zu haben oder ohne Erlaubnis des Hauptmanns den Haufen verlaesst, soll ehrlos sein und an Leib und Leben gestraft werden.

Nach einer gewonnenen Feldschlacht wird der laufende Monat als voll angesehen, und mit dem naechsten Tag beginnt ein neuer Soldmonat.

Bei Todesstrafe darf niemand in einer durch Vertrag eingenommenen Ortschaft pluendern.

Wer in der Schlacht die Flucht ergreift, darf straflos getoetet werden, und wer einen solchen Feigling niederstoesst verdient noch grossen Dank.

Ohne Erlaubnis des Hauptmanns duerfen die Soeldner mit dem Feind auf keine Weise ohne besondere Erlaubnis weder schriftlich noch muendlich verhandeln. Wer Verrat eines anderen Landsknechtes anzeigt, bekommt dafuer mindestens einen Monatssold und grosen Dank, der Verraeter aber wird Gerichtet.

Wenn es zu Schlaegereien kommt, sollen die Umstehenden dreimal Frieden gebieten. Wer dem nicht nachkomme, darf straflos niedergestossen werden. Die Todesstrafe verfaellt, wer nach gebotenem Frieden einen anderen verwunde.

Im Freundesland darf niemand etwas mit Gewalt und ohne Bezahlung wegnehmen oder beschaedigen.

Bei Proviantzufuehrung darf niemand davon etwas erwerben, bevor nicht der Preis festgesetzt sei, sondern muss abwarten, bis der Proviant auf dem vom Proviantmeister bestimmten Platz zum Verkauf gestellt und der Preis bestimmt ist.

Keiner darf sich bei zwei Hauptleuten einschreiben oder doppelt mustern lassen oder einem anderen seine Waffen und seinen Harnisch leihen, damit dieser sich damit mustern lasse. Wer das tut, verfaellt der Todesstrafe.

Verboten wird das Brandschatzen, Brennen oder Lageranzuenden ohne Befehl, das Alarmieren ohne Anlass und die Zerstoerung von Muehlen oder Muehlwerken.

Es darf nicht weiter gespielt werden, als der Gegner mit barem Geld zahlen kann, Spielschulden ueber die Hoehe des Solds hinaus sind ueberhaupt ungueltig.

Ein jeder soll sich des Zutrinkens und anderer Laster enthalten. Misshandlungen in Volltrunkenheit sollen an Leib und Leben gestraft werden und die Trunkenheit kein Entschuldigungs- oder Milderungsgrund sein.

Der Eid ist auf sechs Monate zu leisten, und die Soeldner muessen, wenn es noetig ist, auch darueber hinaus dienen.

Was einer vom Feind erbeutet, gehoert ihm, ausser Geschuetze, Proviant, Ruestkammern und anderes gemeinnuetziges gut.

Wer die verlesenen Artikel nicht haelt, wird als eidbruechig gestraft werden, und an die Artikel sind auch die im Haufen Dienenden gebunden, die bei der Eidleistung zufaellig nicht anwesend waren.

Alle, die etwa von den Feinden gefangen und von diesen gezwungen wurden, zu geloben, dass sie dem Kriegsherrn nicht mehr dienen wollten, sind im voraus von ihrem Eid entbunden

Der Wortlaut selbst lautet nach Delbrueck: "Wie mir vorgelesen ist, und ich mit Worten wol verstanden und bescheiden bin, das war, fest und staet zu halten, und dem getreuwlich und ungefehrlich nachzukommen, als schwer und gelob ich, als mir Gott helff und das heilig Evangelium"